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Ist es draußen kalt und nass, macht das Radeln keinen Spaß. Wer aber fit in die neue Saison gehen möchte, für den heißt es nun: Trainingslager planen in südlichen Gefilden.
Die Tage werden immer kürzer, die Temperaturen sinken, die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Da gibt’s nur eines für Sonnensüchtige und alle, die der Winterfrust packt: Endlich raus aus dem grauen, kalten und nassen Alltag und ab in den Süden – zum Beispiel nach Spanien. Viele Veranstalter von Radreisen bieten über die Wintermonate hinweg ein- bis zweiwöchige Trainingscamps für Hobbyradler an. Ob individuell oder in der Gruppe, die Angebote sind vielfältig, die Servicepakete umfassend.
Mallorca - Viel Abwechslung auf der Trainingsinsel
Auf der Deutschen liebsten Ferieninsel ist der Frühling im Winter schon da: bereits Ende Januar brechen die ersten Knospen der sechs Millionen Mandelbäume auf, die feuerroten Kerzen der Agaven leuchten, orangefarbene Ringelblumen, Zitronen- und Apfelsinen ringsumher, und den ganzen Winter über duftet der blaue Rosmarin. Gut 3650 reizvolle Quadratkilometer bietet die Insel – mit beschaulichen Dörfern im grünen Bauernland, mit mächtigen Bergen, Stränden und Badebuchten.
Mallorca ist die Sportinsel schlechthin. Tennis, Radsport, Golf und seit jüngster Zeit zunehmend auch Triathlon und Mountainbiking bilden die Schwerpunkte. Hier kann man neben der sportlichen Betätigung einen mentalen Ausgleich genießen – und das nach nur zwei Stunden Flug.
Das beständige Klima, die abwechslungsreiche Landschaft und die vielfältigen Unterhaltungsmöglichkeiten bieten also ideale Voraussetzungen für ein Trainingscamp, zumal wenn die Camps bestens organisiert sind. Als optimal erweisen sich gezielte Trainingspläne, die sich an den Leistungsständen und Zielen der Teilnehmer orientieren und von professionellen Trainern und Betreuern durchgeführt werden. Ein solches Trainingscamp kann sowohl zum Einstieg in eine neue Sportart dienen als auch zur gezielten Wettkampfvorbereitung.
In der Gruppe unterwegs oder auf eigene Faust
Zu empfehlen sind ein- bis zweiwöchige Radsportwochen mit einem Tourenprogramm und Spezial-Paketen, wie sie von einigen Veranstaltern zwischen Februar und April in Playa de Palma bzw. Colonia Sant Jordi angeboten werden. Die Strecken sind zwischen 40 und 211 km lang mit bis zu 1600 Höhenmetern. Gefahren wird in kleinen Gruppen von 6-12 Teilnehmern. Bei einigen Anbietern kann man sich die Tour aussuchen bzw. die vorgeschlagenen Routen auch auf eigene Faust erkunden.
Die Preise schwanken – je nach Dauer, Hotel, Wahl des Radsportpakets – zwischen 530 und 1170 Euro. In einem Leistungspaket enthalten sind in der Regel Zubehör wie Bekleidung, Trinkflaschen, Ersatzteile und Kartenmaterial. Auch für isotonische Getränke und Sonderverpflegung wird gesorgt. Weiterhin umfasst ein solches Paket einen Werkstattdienst, eine Rad-Waschstation und einen Mietradservice mit hochwertigen Renn- und Trekkingrädern.
Andalusien – Radeln an der „Küste des Lichts“
Nirgendwo ist es so gleißend hell und der Himmel so strahlend blau wie an der Costa de la Luz, der „Küste des Lichts“. Das Wasser ist vom Golfstrom angenehm temperiert. Im Südwesten Andalusiens, auf 200 Kilometer von Tarifa bis zur portugiesischen Grenze, erstreckt sich dieses Ferienparadies am Atlantik. Kilometerlang sind die feinsandigen Strände.
Im grünen Hinterland eine atemberaubende Landschaft aus Bergen und Schluchten. Überall duftende Pinienwälder, Orangen- und Zitronenhaine, Olivenplantagen und gelbe Sonnenblumenfelder bis an den Horizont. Mittendrin verträumte Dörfer, weißgekalkte Bauernhäuser, herrliche Landgüter. Hier wächst der Wein für den berühmten Sherry, den süßen Malaga. Die Städte Sevilla und Cadiz laden zu kulturellen Entdeckungsreisen ein.
Die Region zwischen Jerez de la Frontera und Gibraltar vereint die Vorzüge Mallorcas wie gute Straßen und variantenreiche Höhenprofile (flach bis bergig) mit den früher einsetzenden frühlingshaften Temperaturen und den verkehrsärmeren Strecken. Radstars nutzen im Winter regelmäßig die besonders guten Voraussetzungen dieser Region zur Saisonvorbereitung.
Rundkurse für jedes Leistungsniveau
Hervorragende klimatische und landschaftliche Bedingungen für ein gezieltes Training also, wie es von einigen Veranstaltern von Ende Februar bis Anfang März angeboten wird. Neben professionell betreuten Trainingseinheiten in unterschiedlichen Niveaugruppen werden zum Beispiel auch spezielle Programme für leistungs- und wettkampforientierte Radsportler zusammengestellt.
Die Trainingsinhalte orientieren sich an modernsten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Ziel dieser Camps ist es, mit dem Erwerb einer soliden aeroben Grundlagen- und Kraftausdauerfähigkeit (GA1/KA1) die Leistungsvoraussetzungen für das intensivere, geschwindigkeitsorientierte Ausdauertraining (GA2) zu schaffen.
Zu Beginn eines solchen Trainingslagers erfolgt auf der Basis von persönlichen Gesprächen und/oder Befunden der leistungsdiagnostischen Untersuchung (Laktat-Stufentests) die Einteilung in Niveaugruppen. Zudem werden die Teilnehmer über alle wichtigen Fragen zu Training und Wettkampf umfassend informiert.
Rundkurse von 50 bis 160 km bieten für jeden Leistungsanspruch ein ideales Trainingsterrain. Zudem organisieren einige Veranstalter Transfers in die landschaftlich reizvolle Sierra de Grazalema oder in den Parque de Alcomocales. Viele der Angebote werden abgerundet von einer professionellen Radsportstation. Dazu gehören beispielsweise eine Werkstatt, ein Radverleih und Rad-Shop, oftmals sogar ein Gesundheitscenter mit erfahrenen Ärzten und Physiotherapeuten.
(rh)
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