Freizeit

Die Mischung machts

Radball

Seit über 100 Jahren wird nun bereits die extravagante Mischung aus Radsportart und Ballsportart auf der ganzen Welt praktiziert. Sogar Weltmeisterschaften werden ausgetragen. Gerade in Deutschland erfährt diese Randsportart eien regen Zulauf.

Beim gängigen 2er-Radball wird auf einem 14 Meter auf 11 Meter großen Feld, zumeist in der Halle, mit einem speziellen Fahrrad gespielt. Dieses besondere Rad besitzt eine starre Übersetzung, so dass die Spieler auch rückwärts fahren können und als Torwart im Tor stehen können.

Gewonnen hat die Mannschaft, die am Ende die meisten Tore erzielt hat. Der Ball, knapp 600 Gramm schwer, mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern, wird hierbei mit dem Vorderrad geschossen, Füße und Hände dürfen nicht benutzt werden.

In insgesamt 14 Minuten Spielzeit, mit Halbzeit nach sieben Minuten, müssen die aus zwei Spielern bestehenden Teams so viele Tore wie möglich erzielen. Begeht eine Mannschaft einen Regelverstoß, zum Beispiel eine Fußabwehr im eigenen Strafraum, kommt es zu einem direkten Strafstoß aus vier Meter Entfernung.

Die Idee zu dieser Sportart hatte Ende des 19 Jahrhunderts der europäische Radakrobat Nikolas Edward-Kaufman. Als ihm damals ein kleiner Hund vor sein Rad lief wollte er den Hund vor Verletzungen bewahren und beförderte ihn mit dem Vorderrand zur Seite. Somit war die Idee zu dieser interessanten Sportart geboren.

An Stelle des Hundes nahm man nun einen kleinen Poloball. Sowohl in den USA als auch in Europa wurde der Sport recht schnell populär. Zunächst gab es zwei verschiedene Arten des Radballes. Zum einen den Hallensport mit zwei Spielern, 2er-Radball genannt, zum anderen gab es den auf Rasen durchgeführten 6er-Radball. Da man im Freien häufig mit Wetterkapriolen zu kämpfen hatte, wich man schließlich auch in die Halle aus und reduzierte die Feldspielerzahl auf fünf Sportler pro Mannschaft. Beim Radball mit fünf Spielern entspricht die Spielflächengröße einem Handballfeld.

Die ersten Weltmeisterschaften im Radball wurden 1930 ausgetragen. Beim 2er Radball konnten sich die Deutschen bei der ersten Durchführung den Titel sichern.

In Deutschland gibt es zur Zeit deutlich über 100 Radballabteilungen in den einzelnen Vereinen. Auf nationaler Ebene gibt es für die Stars der Szene die Radballbundesliga, darunter drei 2. Bundesligen.