Erklärung des Bundes Deutscher Radfahrer - Sponsor Alpecin "prüft" neue Lage

Ullrich: kein Start bei BDR-Jedermann-Rennen


Jan Ullrich beim Ötztaler-Radmarathon | Foto: oetztaler-radmarathon.com

13.02.2012  |  (Ra; aktualisiert 17 Uhr) – Der vom Internationalen Sportgerichtshof CAS zu einer zweijährigen Doping-Sperre (bis August 2013) verurteilte Jan Ullrich darf in dieser Zeit an keinen Jedermann-Rennen teilnehmen, „sofern sie unter die Statuten des BDR fallen“.

Das teilte der Bund Deutscher Radfahrer am Montagmorgen mit, und bezog sich dabei auf das Regelwerk des BDR-Antidoping-Codes. Die Sperre gelte auch für „Nicht-Lizenzinhaber“; es sei nicht von Belang, „ob der Teilnehmer offiziell erfasst wird oder aus anderen Gründen mitfährt“, hieß es weiter.

„Somit ist Ullrich bei keinen deutschen Jedermannrennen startberechtigt, die vom Bund Deutscher Radfahrer autorisiert sind“, fasste BDR-Vize-Präsident Udo Sprenger zusammen. Das betreffe alle Veranstaltungen, die von einem im BDR lizensierten Verein ausgerichtet werden, die also offiziell genehmigt und im BDR-Breitensportkalender veröffentlicht sind, so der BDR weiter.

Die Sperre gilt damit auch für den "Alpecin Cycling Day" am 12. August in Bielefeld, bei dem Ullrich als "Botschafter" für den Sponsor Dr. Wolff mitfahren will. Die Veranstaltung gehört zur neuen, vom BDR zusammen mit dem Verband Deutscher Rennrad-Veranstalter (VDR) organisierten Deutschen Jedermann-Meisterschaft.

Ullrichs Manager Falk Nier kündigte eine rechtliche Prüfung an: "Wir werden in Ruhe die Sachlage prüfen, und uns eine Lösung zusammen mit Alpecin überlegen." Man habe jedoch bereits Anrufe von mehreren Veranstaltern erhalten, "die weiter zu Jan stehen, und ihn bei sich fahren lassen wollen".

2012 will der Tour-Sieger von 1997 an etlichen Jedermann-Rennen teilnehmen, unter anderem am Ötztal-Marathon und mehreren "Grand Fondos" in den USA. Bielefeld soll Ullrichs einziger Start in Deutschland sein.

Der BDR bedauert in seiner Mitteilung zudem, dass Ullrich nach der CAS-Entscheidung nicht die Chance genutzt habe „reinen Tisch“ zu machen. „Es ist schade, dass er auch jetzt nur zugibt, was ohnehin jeder weiß und nicht die volle Verantwortung für sein Handeln übernimmt“, sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping.


Der Artikel 10.10.1 des BDR-Anti-Dopingcodes:

„Ein Athlet oder eine andere Person, gegen den/die eine Sperre verhängt wurde, darf während dieser Sperre in keiner Funktion an Wettkämpfen oder organisierten Trainingsmaßnahmen teilnehmen (außer an autorisierten Anti-Doping-Präventions- oder Rehabilitationsprogrammen), die von einem Unterzeichner des NADC, einer Mitgliedsorganisation eines Unterzeichners des NADC oder einem Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation der Mitgliedsorganisation eines Unterzeichners des NADC autorisiert oder organisiert werden, oder an Wettkämpfen, die von einer Profiliga oder einem internationalen oder nationalen Veranstalter autorisiert oder organisiert werden.“

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