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Getriebe

Hinteres Schaltwerk montieren und einstellen

Nur eine korrekt eingestellte Schaltung kann die Kraft des Fahrers optimal auf die Straße bringen und schont die Nerven. Hier können Sie nachlesen, worauf Sie bei der Montage und Einstellung des Schaltwerks achten sollten.

Bevor Sie das hintere Schaltwerk am Rahmen montieren bzw. mit der Einstellung der Schaltung beginnen, sollten Sie kontrollieren, ob das Schaltauge, welches das Schaltwerk mit dem Rahmen verbindet, verzogen ist. Selbst bei einer nur minimalen Abweichung ist nachher kein korrektes Schalten möglich.

Einstellung des Arbeitsbereiches

Nach der Montage stellen Sie zunächst den so genannten Arbeitsbereich ein. Dazu befinden sich an der Schaltung zwei Schrauben. Die Position der Schrauben kann von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein, die Funktion bleibt jedoch die gleiche. Drehen Sie zuerst an der Schraube für die Einstellung des kleinsten Ritzels. Die Position ist gefunden, wenn das obere Leitröllchen senkrecht zum kleinsten Ritzel steht. Drücken Sie anschließend das Schaltwerk in Richtung des Laufrades und stellen Sie mit der zweiten Schraube den maximalen Ausschlag ein. Auch muss das obere Leitröllchen senkrecht zum größten Ritzel stehen. Achten Sie bei der Einstellung des Arbeitsbereiches darauf, dass das Schaltwerk genügend Abstand zu den Speichen hat. Wenn es sich beim Schalten bei voller Fahrt im Laufrad verhakt, können das Schaltwerk oder das Hinterrad beschädigt werden.

Das ist mir persönlich schon einige Male in heißen Rennphasen passiert; allerdings vor Allem auf schlechtem Untergrund oder bei Kopfsteinpflaster-Anstiegen. Das ist ein ganz gefährliches Malheur. Wenn es passiert, wird es meistens sehr, sehr teuer. Bei der Cross-DM in diesem Jahr hat dieses Phänomen in mehreren Wettbewerben über die Medaillenränge entschieden, da in Herford absolute Extrembedingungen herrschten, die selbst die perfekt eingestellten Schaltwerke nicht zu meistern wussten; da half dann nur noch ein Radwechsel.

Montage des Zuges

Nach der Einstellung des Arbeitsbereiches montieren Sie den Schaltungszug. Führen Sie den Zug vom Schalthebel durch den Schaltungskanal und die Zugführungen zum Schaltwerk. Bei den heutigen, teflonbeschichteten Kanälen muss man die Züge nicht mehr einfetten. Im Lauf der Zeit verbindet sich das Fett mit Staub und Dreck, wodurch der Kanal langsam verengt. Die Schaltung wird dann schwergängig. Durch die Teflon-Beschichtung bleibt der Zug dagegen dauerhaft leichtgängig und muss kaum noch gewartet werden.

Bevor Sie den Zug am Schaltwerk montieren, drehen Sie die Zugspannungsschraube ganz hinein und anschließend eine Umdrehung zurück. Somit haben Sie nachher mehr Spielraum für Korrekturen. Den Schalthebel stellen Sie auf die Position des kleinsten Ritzels ein. Fädeln Sie anschließend den Zug in die Feststellschraube ein, spannen Sie Ihn leicht und drehen Sie die Feststellschraube zu. Mit der Zugspannschraube bringen Sie gegebenenfalls etwas mehr Spannung auf den Zug. Nun können Sie die Kette anbringen.

Da beim deutschen Wetter doch der ein oder andere Tropfen Wasser eingedrungen ist, halte ich einen Zugwechsel vorm ersten Trainingslager für sinnvoll. Somit ist einwandfreie Funktion und der Spaß am Schalten gesichert.

Feintuning

Nach der Montage werden noch kleine Feineinstellungen nötig sein. Diese können Sie mit Hilfe der Zugspannungsschraube vornehmen. Schalten Sie zunächst einmal alle Gänge durch Wenn dabei die Kette nicht reibungslos auf das nächste Ritzel springt, drehen Sie die Zugspannungsschraube eine Vierteldrehung in eine Richtung. Wird das Schalten besser, versuchen Sie mit weiteren Vierteldrehungen die optimale Position zu finden. Springt die Kette aber noch mehr, haben Sie die Schraube in die falsche Richtung gedreht. Drehen Sie die Schraube wieder eine halbe Umdrehung zurück und optimieren Sie mit weiteren Vierteldrehungen die Schaltung.

Schalten Sie beim Feintuning mehrfach die Gänge hinauf und hinunter. Nicht an jedem Ritzel macht sich eine falsche Einstellung bemerkbar. Eine kleine Testfahrt zeigt Ihnen, wie sich die Schaltung unter Last verhält. Wenn alles in Ordnung ist, steht der nächsten Ausfahrt nichts mehr im Wege.

Eine nicht optimal eingestellte Schaltung kann einem den letzten Nerv rauben. Ferner ist es teilweise, zum Beispiel im Spurt oder Wiegetritt am Berg, gefährlich, wenn die Kette springt oder durchrutscht. Ich habe mir in 11 Jahren Profiradsport schon so einige blaue Flecken am Knie geholt. Nehmen Sie sich also ruhig die Zeit.