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Wer seinen Sport ambitioniert betreibt, möchte sich auch im Wettkampf messen. Nun hat aber der Radsport nicht mehr als ein halbes Dutzend Leistungsstufen. Die niedrigste Radsport-Lizenz-Stufe, die C-Klasse, ist ein hochexplosives Gemisch aus Fahrern, die gerade aus der Juniorenklasse kommen und voll im Saft stehen, Überlebenskünstlern aller Schattierungen und Alterstufen, Quer- und Späteinsteigern. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.
Leistungsdruck gibt es dabei überall: von der C über die Hobby- bzw. Anfänger-Kategorie bis zu den Jedermännern - überall trifft man immer öfter auf drahtige Männer und Frauen, die gut und gerne C-Lizenz- bzw. Frauenrennen beenden könnten (wenn auch nicht unbedingt unter den ersten 10).
Dem steht ein wahres Heer von ambitionierten Hobbyist/inn/en gegenüber, die einfach nur eines wollen: sich mit anderen messen, wissen, wo man (frau) steht!
Die wichtigsten Tipps für alle Rennen sind:
Am Tag davor: Man sollte sich Ruhe gönnen! Manche fahren an diesem Tag gar nicht, andere schwören auf "kurz und knackig" und vom trainingsmethodischen Standpunkt ist gegen kleine, scharfe Einlagen während einer überwiegend lockeren Fahrt nichts einzuwenden. Hektik ist schädlich und z.B durch rechtzeitige Planung der Anfahrt, frühzeitiges Packen der benötigten Utensilien (allen voran: Rennschuhe, Mannschaftstrikot, Helm und Lizenz) vermieden werden. Eine Checkliste hilft dabei!
Am Renntag: rechtzeitig am Ort erscheinen, Parkplatz suchen, Startnummer holen (Achtung: Schlangenbildung!), Rad zusammenbauen und checken, Getränke zubereiten, Warmfahren, nochmal tief Luft holen – alles das braucht Zeit. Man sollte mindestens 1 Std. vor dem Rennen am Ort sein. In den 3 Std. vor dem Rennen sollte man möglichst nichts mehr essen. Mehr als 50% der Atemkapazität beruht auf Zwerchfellatmung, ein voller Bauch stört da gewaltig. Oft hilfreich: vor dem Start noch mal ein stilles Örtchen für eine etwas längere Sitzung aufsuchen (eigenes Klopapier einpacken!). Am besten ist es, wenn alle diese Hand¬lungen zu einem „festen Ritual“ werden!
Auf der Strecke bzw. auf der Straße: Ist alles "pronto" – die richtige Mischung in der Trinkflasche, die Startnummer am Trikot (richtige Seite: Zielrichterwagen!), der Helm auf dem Kopf oder griffbereit – dann geht’s ab auf die Straße zum Warmfahren. Bei den meisten Lizenzrennen, aber auch bei Jedermann- und Hobby-Veranstaltungen ist das Befahren der Rennstrecke zum Warmfahren streng verboten. Es ist aber ohnehin besser, sich dafür eine ruhige, gut ausgebaute Landstraße mit langen Geraden zu suchen. Man sollte alles meiden, was zu größeren Milchsäureanreicherungen in der Muskulatur führt. Also: Sprints ja, aber nicht gleich eine ganze Serie, kurze Tempofahrten ja, aber wenige und nicht länger als 3 min, große Gänge (Wettkampfübersetzung: 53/16 bis 53/14) ja, aber hinterher ausreichend mit kleineren Gängen die Muskulatur wieder lockern! Kurz vor dem Start wird die Strecke dann meist für die anstehende Klasse freigegeben, wer schlau ist, hat aber vorher bereits die eine oder andere Chance genutzt, sich mit dem Parcours vertraut zu machen. Dabei auf vorstehende Kanaldeckel, enge oder nach außen abfallende Kurven, Schlaglöcher, Fräskanten, Straßenbahnschienen, fiese Kopfsteinplasterpassagen und dergl. achten.
Am Start: Nicht zu weit hinten anstellen, vielleicht schon mal nach denen Ausschau halten, die einem später gute Weggefährten sein könnten. Bei Lizenzrennen gilt hier eine andere Regel: Gerade wer sehr großen Formrückstand hat, sollte sich so weit wie möglich vorne aufstellen, durchgereicht wird man später sowieso. Allerdings setzt das schon eine etwas entwickeltere Fahrtechnik voraus. Sonst gibt’s womöglich Ärger. Überhaupt ist Akzeptanz wichtig: das beginnt schon mit der Kleidung. Wer das missachtet, riskiert die Missachtung durch die anderen, etwa beim Kurvenfahren oder beim Wiedereinscheren in die Reihe. Ergebnis: Wer schon aufgrund eines Formrückstands nach hinten durchgereicht wird, findet sich dann noch schneller am Ende des Feldes wieder. Zum standesgemäßen Erscheinungsbild gehören: geputztes Fahrrad und Schuhe, nicht unbedingt weiße, aber zumindest marktgängige, ausgewiesene Radsportsocken, braun, grau oder schwarz sollte man meiden! Rasierte Beine, bei niedriger Temperatur (< 25 Grad) wird ein Wärmemittel benutzt, die es in verschiedenen Abstufungen gibt. Da sie meist ölige Konsistenz haben, sieht man bereits wie ein Profi aus. Bei Regen hat das noch eine andere, praktische Bedeutung: Das Wasser wird von gut eingeölten Beinen besser abgewiesen!
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